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Die Entwicklung aktiver Autoinjektoren für Antidote bei Nervenkampfstoffvergiftungen

Lorenz Meinel, Christoph Ehrbar-Spangard, Marcus Gutmann

Nervenkampfstoffe gehören weiterhin zu den relevantesten Bedrohungen für Einsatzkräfte in modernen Konflikten. Trotz dieser sicherheitspolitischen Bedeutung stehen der Wehrmedizin nur wenige zugelassene Antidote zur Behandlung von Organophosphatvergiftungen zur Verfügung. Besonders der hochwirksame Oxim-Kandidat HI-6 konnte bislang nicht eingesetzt werden, da er in Lösung chemisch instabil ist und daher zwingend als Pulver gelagert werden muss. Bisherige Trocken-/Flüssig-Zweikammer-Autoinjektoren scheiterten jedoch an technologischen und pharmakologischen Einschränkungen und erreichten keine Serienreife. Die vorliegende Arbeit beschreibt die Entwicklung und den erfolgreichen Machbarkeitsnachweis eines neuartigen aktiven Autoinjektors, der diese zentrale wehrmedizinische Lücke adressiert.

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Symbolisch erstellte Illustration. Die Entwicklung aktiver Autoinjektoren für Antidote bei Nervenkampfstoffvergiftungen
Symbolisch erstellte Illustration.
Bild: KI-erstellt

Das System kann in weniger als zwei Sekunden eine homogene, injektionsfertige Lösung aus in Pulverform gelagertem HI-6 und einer atropinhaltigen Flüssigkomponente herstellen. Dafür wurden verschiedene Rotorgeometrien systematisch verglichen und ein optimiertes Design identifiziert. Zudem zeigte sich, dass die während des Lösungsvorgangs auftretenden hohen Anfangsviskositäten durch die ausgeprägte Scherverdünnung des Systems erheblich reduziert werden können. Dies führte in der Anwendung zu signifikant geringeren Ejektionskräften im Vergleich zu idealviskosen Referenzlösungen – ein entscheidender Vorteil unter realen Einsatzbedingungen, insbesondere bei erhöhtem Gewebewiderstand.

Diese Ergebnisse belegen, dass aktive Autoinjektoren einen neuen technologischen Lösungsweg darstellen, um bislang nicht einsetzbare Antidote wie HI-6 für den militärischen Realbetrieb nutzbar zu machen. Die Studie bildet damit die Grundlage für die weitere Entwicklung eines praxistauglichen Prototyps mit dem Ziel der Anwendungs- und Zulassungsreife. Diese Arbeit bildet den Ausgangspunkt für weitere Forschung zur Optimierung des Ansatzes bis hin zur Anwendungsreife.

Wehmedizinische Monatsschrift 1-2/2026: Den ausführlichen Artikel lesen Sie hier.

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