„Wir leben in sehr herausfordernden Zeiten, die mit Härten und Einschnitten verbunden sein werden.“

Andreas Hölscher

Interview mit dem Kommandeur der Sanitätsakademie der Bundeswehr, Generalstabsarzt Dr. Hans-Ulrich Holtherm

Herr Generalarzt, Sie sind seit dem 15. Dezember 2021 Kommandeur der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München. Können Sie kurz Ihren Verantwortungsbereich und Ihr Aufgabenportfolio beschreiben?

Ja, ich bin tatsächlich jetzt schon seit vier Jahren Kommandeur unserer Sanitätsakademie und der Verantwortungsbereich und auch das Aufgabenportfolio haben sich während meiner Zeit als Kommandeur schon sehr verändert. Unsere traditionsreiche Akademie ist seit nunmehr 62 Jahren natürlich allen bekannt als Offizier- und Unteroffizier­schule des Sanitätsdienstes der Bundeswehr.

Aber die Sanitätsakademie war immer schon viel mehr als das. Als ich im Dezember 2021 das Kommando übernahm, war die Sanitätsakademie eben nicht nur die Offizier- und Unteroffizierschule, sondern auch in Teilen Ausbildungskommando für den gesamten Sanitätsdienst der Bundeswehr.

Anzeige

Diese Teile werden im Direktorat Ausbildung und Lehre verantwortet, aber auch das Fachmedienzentrum und die zentrale Lehrgangssteuerung sind für alle Lehrgangsanteile des Sanitätsdienstes der Bundeswehr zuständig. Zusätzlich ist die Sanitätsakademie das wissenschaftliche Kompetenzzentrum im Sinne von Wissenschaftsmanagement.

Generalstabsarzt Dr. Holtherm, Kommandeur der Sanitätsakademie der Bundeswehr (Abb.: Bundeswehr/Bernd Andres)

Das heißt, an der Sanitätsakademie finden sowohl die Priorisierung wie auch das Management als auch die Finanzierung aller Forschungsprojekte des Sanitätsdienstes der Bundeswehr statt. Dies betrifft nicht nur die Ressortforschungsinstitute, sondern sowohl die klinische als auch die außerinstitutionelle Forschung. Gleichzeitig sind wir im Sinne eines „Lesson-Learned, Lesson-Identified Kommandos“ ein Fähigkeitsentwicklungskommando gewesen, was in der ehemaligen Abteilung G der Akademie realisiert wurde.

Last but not least ist die Sanitätsakademie das Kompetenzzentrum für den medizinischen ABC-Schutz des Sanitätsdienstes der Bundeswehr. Nicht nur durch die drei der Akademie unterstellten Ressortforschungsinstitute, dem Institut für Mikrobiologie, dem Institut Pharmakologie und Toxikologie und dem Institut für Radiobiologie der Bundeswehr, sondern eben auch dem in der Abteilung F beheimateten Beauftragten, ehemals des Inspekteurs, jetzt des Befehlshabers für den medizinischen ABC-Schutz. Das alles zusammen mit einer Taskforce, die innerhalb kürzester Zeit die Expertise, die die Sanitätsakademie und die Institute im Bereich des medizinischen ABC-Schutzes haben, auch in die Wirkung bringen kann.

Der Zentrale Sanitätsdienst hat in den letzten 18 Monaten gravierende Veränderungen erfahren. Was bedeutet dies für die Sanitätsakademie der Bundeswehr?

Seit dem 1. April dieses Jahres sind uns truppendienstlich einige zusätzliche Fähigkeitsbereiche zunächst truppendienstlich unterstellt worden. Das sind die Überwachungsstellen für Öffentlich-Rechtliche Aufgaben Nord in Kiel-Kronshagen, Ost in Potsdam, West in Koblenz und Süd in München. Hier werden die gesamten amtsärztlichen, aber auch amtstierärztlichen und pharmazierechtlichen Aufsichtsaufgaben durchgeführt und vor Ort wahrgenommen.

Zusätzlich sind uns die beiden Zentralinstitute des Sanitätsdienstes in Kiel mit Außenstelle in Berlin und in Garching bei München mit Außenstelle in Koblenz unterstellt worden. Hier werden wichtige Fachaufgaben im Rahmen der Lebensmittel- und Trinkwassersicherheit und zukünftig auch mit Schwerpunkt im Rahmen „Food and Water Defense“ wahrgenommen.

Last but not least wird das Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr in Andernach, ebenfalls ein Ressortforschungsinstitut, die präventivmedizinische Forschungskomponente der Sanitätsakademie ergänzen.  Aus dem Kommando Sanitätsdienst haben wir im Vorfeld schon übernehmen dürfen die Komponente „Medical Intelligence, Force Health Protection Nexus“, die ja in München immer schon lokalisiert war und die einen ganz wichtigen Faktor der Early Warning Kompetenzen und der Surveillance in das Fähigkeitsprofil des Gesundheitsschutzes und der Gesundheitssicherheit an der Sanitätsakademie einbringt.

Aktuelle Luftbildaufnahme der Sanitätsakademie mit angetretenem Stab (Abb.: Bundeswehr/Bernd Andres)
Im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr auf ihren Auftrag zur Landes- und Bündnisverteidigung wurde der Unterstellungsbereich der Sanitätsakademie als Einziger deutlich vergrößert, und damit natürlich auch die Führungsspanne. Können Sie das für die Leser etwas konkretisieren?

Ja, wenn man die Führungsspanne rein räumlich sieht, trifft das sicherlich zu, aber mir ist durchaus bewusst, dass die SanAkBw natürlich von der Quantität weit, z.B. hinter einer Heeresdivision aufgestellt ist. Aber, das muss ich betonen, seit der Umstrukturierung ist die Sanitätsakademie um mehr als 100 Prozent an Personal und natürlich auch ganz wesentlich an Material aufgewachsen.

Ich habe nun unterstellte Dienststellen, wie gerade schon gesagt, in Schleswig-Holstein, in Brandenburg, in Berlin, in Rheinland-Pfalz und noch eine zusätzliche in Bayern, so dass meine Aufgaben der Dienstaufsicht, die ich als Kommandeur wahrnehmen muss und auch wahrnehmen darf, natürlich jetzt deutlich aufwendiger werden, als das früher im Norden Münchens an einem Platz möglich war.

Aber besonders auch auf den Stab der Sanitätsakademie kommen durch die Unterstellung der genannten Dienststellen umfangreiche Zusatzaufgaben zu, so dass in der zukünftigen Struktur auch ein darauf ausgerichteter Aufwuchs des Akademiestabes angestrebt werden muss.

Wie sehen Sie in der neuen Struktur die Rolle der Ausbildung? Welche Aufgaben verbleiben in München, und was wird in Zukunft vom vorgesetzten Kommando Gesundheitsversorgung in Koblenz verantwortet?

Das ist ein Thema, das mehrere Ebenen abdeckt. Zunächst einmal ist die Sanitätsakademie jetzt mit der neuen Struktur noch in der Planung. Die wird in enger Abstimmung mit dem Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr und dem Unterstützungskommando jetzt in die Endphase gehen.

Aber es ist entschieden, dass die Sanitätsakademie zukünftig Ausbildung und Lehre aus einer Hand verantwortet. Das heißt auch konzeptionelle, planerische und steuernde Elemente, die bislang im Kommando Sanitätsdienst im Rahmen der Ausbildung in der Unterabteilung IX 2 wahrgenommen wurden, sind nun in die Sanitätsakademie eingegliedert worden. Das bedeutet für uns größere Verantwortung, aber auch einen größeren Gestaltungsspielraum für die zukünftig im Schwerpunkt auf Landes- und Bündnisverteidigung auszurichtende Ausbildung.

Im Moment ist die Diskussion über die Wiedereinführung der Wehrpflicht in vollem Gange. Was würde sie unter personellen und infrastrukturellen Gesichtspunkten für die Sanitätsakademie bedeuten?

Ab nächstem Jahr wird der neue Wehrdienst gelten. Wir erwarten nicht nur, wir wünschen uns auch, dass diese Angebote von vielen jungen Frauen und Männern wahrgenommen werden. Das heißt aber, dass wir zunächst in der Unteroffizier- und Feldwebelausbildung, aber auch in der Offiziersausbildung mit deutlich höheren Auszubildendenzahlen zu tun haben werden.

Wir merken das jetzt bereits in der Feldwebelausbildung, wo wir noch aus der Corona-Pandemie nachhängende Ausbildungsnotwendigkeiten nachholen. Das ist eines der Hauptthemen, die uns im Augenblick beschäftigen, nämlich dass wir die notwendigen Ressourcen sowohl personell als auch infrastrukturell dann zur Verfügung haben, die für die Weiterentwicklung und auch für die quantitative Ausdehnung unserer Truppen-, Fach- und Laufbahnausbildung benötigt werden. 

TCCC-Vorführung an der Sanitätsakademie für BM Boris Pistorius (Abb.: Bundeswehr/Johann Scheller)
Welche Rolle fällt der Sanitätsakademie der Bundeswehr in Hinblick auf Ausbildung, Forschung und Gesundheitsschutz mit der Refokussierung auf Landes- und Bündnisverteidigung in Zukunft zu?

Wir werden sehen, dass wir uns bei der Ausbildung vor dem Hintergrund von Landes- und Bündnisverteidigung von alten Zöpfen, von liebgewonnenen Lehrgangs- und Trainingsformaten werden trennen müssen, weil wir zwingend unsere Trainings und unsere kompetenzorientierte Ausbildung auf die Landes- und Bündnisverteidigung konzentrieren müssen. Und das vor dem Hintergrund wachsender Auszubildendenzahlen.

Als Beispiel sei genannt, dass auch unter Druck und Initiative der Sanitätsakademie vor Jahren schon entschieden worden ist, dass die Ausbildung unserer jungen Sanitätsoffizierinnen und Offiziere einen längeren Vorlauf der militärischen Ausbildung vor Beginn des Studiums bekommt. Das wollen wir sehr gerne durchsetzen und umsetzen. Im Übrigen ist das auch der explizit geäußerte Wunsch der jungen Sanitätsoffizier Anwärterinnen und Anwärter selbst.

Wir haben das bereits mit sehr positiven Evaluations- und Feedback-Ergebnissen in Pilotlehrgängen durchgeführt. Aber wenn wir diesen verlängerten Vorlauf grundsätzlich für alle SanOA, was wir anstreben, umsetzen wollen, benötigen wir zusätzliche Infrastruktur und zusätzliches Ausbildungspersonal. Das zu realisieren ist uns bisher noch nicht gelungen und deshalb ist dieser aus meiner Sicht wichtige Punkt zur Verbesserung der kriegstauglichen und auch das soldatische Selbstverständnis stärkenden Laufbahnausbildung bisher so noch nicht umsetzbar gewesen.

Die Sanitätsakademie der Bundeswehr bringt jahrzehntelange Erfahrung in der Ausbildung zum Rettungs- bzw. Notfallsanitäter mit. Seit Jahren erfolgt auch die Ausbildung ukrainischer Soldaten. Wie lautet da Ihr Resümee?

Ich bin sehr dankbar für diese Frage, weil die Ausbildung der ukrainischen Kameradinnen und Kameraden für uns seit Ende 2022 zu einem Kernthema und zu einem hoch priorisierten Thema im Bereich der Ausbildung und Lehre gehört. Ja, es stresst unsere ohnehin knappen Ressourcen.

Aber die Ausbildung der ukrainischen Kameradinnen und Kameraden ist für sie, und das Feedback bekommen wir von deren Seite, sehr hilfreich und gut, was die Vermittlung von Fachkompetenzen angeht. Wir unterstützen dort, wo wir können, auch mit Sanitätsmaterial, was in der Ukraine so nicht vorhanden ist. Aber ich muss im Gegenzug dazu sagen, wir profitieren mindestens ebenso wie die ukrainischen Kameraden, und zwar von deren Kriegserfahrungen.

Die ukrainischen Soldaten, die von uns ausgebildet werden, bringen Dinge mit, die unsere Soldatinnen und Soldaten Gott sei Dank nicht haben, nämlich aktuelle Erfahrungen aus dem Kampf. Sie kommen aus den Schützengräben der Ostukraine und gehen dorthin zurück. Und das, was unsere Ausbilderinnen und Ausbilder dort mitnehmen, ist wichtig, ist charakterbildend, und ist Selbstverständnis bildend.

Insofern ist diese Ausbildung im Rahmen EUMAM für mich ein sehr, sehr wichtiges Thema. Wir bilden dabei die ukrainischen Kameraden in unterschiedlichen Kompetenzebenen aus. Vom „Platoon Combat Medic“ über „Tactical Combat Casualty Care“ (TCCC), „Train the Trainer“, „Medical CBRN“, „Combat Surgery und PEC-Trainings“, in denen überall die Sanitätsakademie natürlich in guter Zusammenarbeit mit den Regimentern in Dornstadt und in Feldkirchen tätig ist.

Und das darf ich sagen, ich bin sehr stolz auf meine Männer und Frauen. Ich war öfter im Rahmen der Dienstaufsicht dort und habe mir das angeschaut und habe gesehen, mit welchem Engagement, mit welcher Motivation unsere Soldaten dort versuchen, den ukrainischen Kameraden Dinge beizubringen, die so wichtig sind für die Verteidigung ihres Landes. Und letztendlich verteidigt die Ukraine ja nicht nur ihr eigenes Land, sondern ganz Europa und damit auch Deutschland durch ihren Kampf gegen den russischen Aggressor.

Ausbildung an der Sanitätsakademie (Abb.: Bundeswehr/Bernd Andres)
Ein Markenzeichen der Sanitätsakademie ist ihre internationale Vernetzung. Ich weiß, dass Ihnen dies besonders am Herzen liegt. Wo steht die Sanitätsakademie heute im internationalen Vergleich?

Internationalisierung ist für mich ein zentraler Punkt. Wir werden niemals allein im Einsatz sein. Wir sind eine Bündnisverteidigungsarmee, wir sind eine Bündniseinsatzarmee. Und deshalb ist mir gerade der enge Kontakt zu sanitätsdienstlich vergleichbaren Nationen, ich nenne jetzt hier die Niederlande, die USA, Frankreich, Israel und neuerdings auch Japan, und natürlich auch die enge Abstimmung mit unseren österreichischen und schweizerischen Kameraden, sehr wichtig. Wir tun das auf unterschiedlichsten Ebenen.

Wir schreiben gemeinsame Ausbildungskonzepte, wir trainieren zusammen, aber was mir sehr wichtig ist, wir bringen die jungen Sanitätsoffizier Anwärterinnen und Anwärter im frühen Stadium ihre Ausbildung schon zusammen. Wir haben, in den letzten Jahren unter anderem, sowohl mit französischen SanOA als auch mit japanischen SanOA Seminare konzipiert, in denen wissenschaftliche Poster erstellt werden.

Diese Seminare finden im Wechsel in Deutschland an der Sanitätsakademie und dann in den Folgejahren in Frankreich, bzw. Japan statt. Die teilnehmenden jungen Offizieranwärterinnen und -anwärter sind bislang vollauf begeistert von diesem Kooperationsformat.

Wir haben weiterhin wissenschaftlichen Austausch von Forschern zwischen unseren Ressortforschungsinstituten an der Sanitätsakademie sowohl mit Frankreich als auch mit den USA und mit Japan etabliert. Bei diesen Kooperationen ist nicht nur der wissenschaftliche Teil, sondern auch der Anteil des kulturellen Kennenlernens und Austausches zwischen den Teilnehmenden aus den Partnernationen wichtig.

“Train as you fight, fight as you train“, das ist für mich im Zusammenhang der Internationalisierung eine „Conditio sine qua non“ und ich freue mich, sagen zu können, dass die Sanitätsakademie der Bundeswehr im praktischen „Doing“ ein Vorreiter dieser gewünschten und notwendigen Internationalisierung ist.

Generalarzt a. D. Dr. Andreas Hölscher, Chefredakteur „Wehrmedizin und Wehrpharmazie“ im Gespräch mit Generalstabsarzt Dr. Hans-Ulrich Holtherm, Kommandeur der Sanitätsakademie der Bundeswehr (Abb.: Bundeswehr)
Sie sind seit dem Februar 2024 als ständiger Gast in den Expertenrat „Gesundheit und Resilienz“ im Bundeskanzleramt berufen. Vorher waren Sie von März 2020 bis Dezember 2021 Leiter der Abteilung 6 Gesundheitsschutz, Gesundheitssicherheit, Nachhaltigkeit im Bundesministerium für Gesundheit. Während dieser Verwendung übernahmen Sie auch die Aufgabe als Leiter des „Krisenstabes CORONA-Pandemie“ des Gesundheitsministeriums und leiteten gemeinsam mit dem Abteilungsleiter Öffentliche Sicherheit des Bundesministeriums des Inneren den ressortübergreifenden „Gemeinsamen Krisenstab BMI-BMG COVID 19“ auf ministerieller Abteilungsleiterebene. Und gegenüber der Europäischen Union waren Sie in dieser Zeit als Chief Medical Officer der Bundesrepublik Deutschland benannt, eine für einen deutschen Sanitätsoffizier ungewöhnliche wie einmalige Verwendung. Was waren Ihre Erfahrungen und wie können Sie Ihre erworbenen Kenntnisse und Kontakte gewinnbringend für den Sanitätsdienst der Bundeswehr einbringen?

Die Tatsache, dass ich während der Corona-Pandemie als Abteilungsleiter und Leiter des Krisenstabes im Bundesministerium für Gesundheit tätig werden durfte, habe ich mir nicht aussuchen können, sondern ich bin tatsächlich vom damaligen Bundesminister für Gesundheit, Jens Spahn, aktiv angesprochen und angeworben worden.

Ich habe das als sehr große Ehre empfunden und habe natürlich dann auch versucht, die Fähigkeiten, die ich als Sanitätsoffizier erwerben durfte, dort einzubringen. Es ist bekannt, dass ich über eine ausgewiesene Fachexpertise auf dem Gebiet der Infektiologie, der Epidemiologie und Public Health verfüge. Ich muss allerdings sagen, dass die Tätigkeit als Abteilungsleiter und Leiter des Corona Krisenstabes in der damaligen Lage im BMG für mich trotz aller guten Voraussetzungen sehr herausfordernd war.

Ich habe im BMG durch die Führungskultur, die wir in der Bundeswehr insgesamt pflegen, das heißt durch wertschätzende, von gegenseitigem Respekt geprägte Führung im Sinne der Auftragstaktik, viel Vertrauen und Gefolgschaft erfahren dürfen. Ich hatte ein kleines, hochleistungsfähiges Team um mich herum im Krisenstab, der noch durch weitere Sanitätsoffiziere und Sanitätsoffizierinnen ergänzt wurde. Dafür bin ich dem Sanitätsdienst heute noch sehr dankbar, dass ich dort großzügig durch weiteres militärisches Personal unterstützt wurde. Soldatinnen und Soldaten haben Fähigkeiten, die im Zivilen nicht in dem Ausmaß vorhanden sind, was z.B. die Strukturierung von Krisenstäben oder stabsmäßige Abläufe von Handlungsketten betrifft.

Aber auch das zivile Personal meiner Abteilung ist bis an die Leistungsgrenze gegangen. Was die Vernetzung angeht, versuche ich meine im BMG und darüber hinaus geknüpften Kontakte, die man als Leiter eines Krisenstabs nun mal zwangsläufig gewonnen hat, zu halten und gewinnbringend für den Sanitätsdienst der Bundeswehr einzusetzen.

Ich glaube, das gelingt in Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Kommando Gesundheitsversorgung und dem Befehlshaber des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr auch sehr gut, weil wir natürlich ­wichtige Punkte, z.B. zum Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz, zum Gesundheitssichersicherstellungsgesetz, aber auch zu Änderungen in der Notfallversorgung immer wieder mit dem Gesundheitsministerium abstimmen müssen. Da, wo nötig und möglich, bemühe ich mich dann auch, katalysierend die Gespräche und auch die Verhandlungen zu begleiten.

Herr Generalarzt, zum Schluss noch eine persönliche Frage. Was wünscht sich der Kommandeur der Sanitätsakademie der Bundeswehr für die vor uns liegenden Zeiten?

Mir ist bewusst, dass Erfolg immer viele Väter und auch Mütter hat und deshalb bin ich meinem gesamten Team in der Sanitätsakademie, aber auch dem Sanitätsdienst insgesamt sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit und, für die Unterstützung, zur Erreichung unseres gemeinsamen Ziels, die Gesundheit der Soldatinnen und Soldaten sowohl in der Prävention als auch in der Diagnostik und Therapie, aber auch in der Rehabilitation sicherzustellen.

Wir leben in herausfordernden Zeiten, und das nicht nur auf die große sicherheitspolitische Lage bezogen, sondern auch auf die Umstrukturierungen der Bundeswehr, die mit Härten und auch Einschnitten verbunden sein werden. Ich hoffe und wünsche mir auch weiterhin eine so gute Unterstützung durch meine Kameradinnen und Kameraden und bin sicher, wenn wir das hinbekommen, wenn wir wertschätzend und kameradschaftlich weiterhin miteinander umgehen, werden wir nicht nur die Sanitätsakademie, sondern den Sanitätsdienst der Bundeswehr insgesamt in eine gute Zukunft führen.

Herr Generalarzt, wir danken Ihnen für das offene Gespräch und wünschen Ihnen für die vor Ihnen liegenden Herausforderungen viel Erfolg und das nötige Soldatenglück.

Beitrag teilen

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Verwendete Schlagwörter

Interview

DEF-JOBS

Index