HumanmedizinNews

Wie die MRT-Diagnostik der Prostata hilft, militärchirurgische Kompetenz zu erhalten

Carsten Hackenbroch, Christian Ruf, Matthäus Majewski, Simon Haas

Das Prostatakarzinom erregt durch seine hohe Prävalenz nicht nur zivilmedizinische Aufmerksamkeit, sondern hat auch, wenn auch nicht sofort erkennbar, eine hohe militärmedizinische Relevanz. Die Beckenchirurgie ist ein Schwerpunkt der Militärurologie und in Friedenszeiten essenziell für den Fähigkeitserwerb und -erhalt. Die zivilen Vorgaben beinhalten steigende Mindestfallzahlen für Eingriffe, die in der Prostatachirurgie, ähnlich wie in anderen Fachgebieten, zu erwarten sind. Eine qualitativ hochwertige Diagnostik steht daher im Vordergrund, um Prostatakarzinome zu diagnostizieren und die Patienten leitliniengerecht, zum Beispiel durch eine Radikaloperation, in ausreichender Zahl an den Bundeswehrkrankenhäusern behandeln zu können.

MRT-Diagnostik Abb. 1: MRT der Prostata (a) T2-Wichtung der Prostata eines Patienten mit elevierten Werten des Prostataspezifischen Antigens. Mit Pfeil ist die suspekte PI-RADS-4-Läsion (Prostate Imaging-Reporting and Data System) in der rechten peripheren Zone der Prostata markiert. Die MRT-fusionierte Stanzbiopsie ergab ein klinisch signifikantes Karzinom Gleason-Score von 3+4 =7. (b) entsprechende Läsion hyperintens in der Diffusionswichtung. (c) entsprechende Läsion deutlich hypointens in der ADC (Apparent Diffusion Coefficient) Sequenz mit minimalen ADC-Werten von 480 mm2/s.
Abb. 1: MRT der Prostata (a) T2-Wichtung der Prostata eines Patienten mit elevierten Werten des Prostataspezifischen Antigens. Mit Pfeil ist die suspekte PI-RADS-4-Läsion (Prostate Imaging-Reporting and Data System) in der rechten peripheren Zone der Prostata markiert. Die MRT-fusionierte Stanzbiopsie ergab ein klinisch signifikantes Karzinom Gleason-Score von 3+4 =7. (b) entsprechende Läsion hyperintens in der Diffusionswichtung. (c) entsprechende Läsion deutlich hypointens in der ADC (Apparent Diffusion Coefficient) Sequenz mit minimalen ADC-Werten von 480 mm2/s.
Grafik: Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie am BwKrhs Ulm

Die Diagnostik des Prostatakarzinoms verlagert sich zunehmend hin zur nichtinvasiven MRT, die von Radiologen vermehrt angeboten wird. Dennoch sind die Qualitätsunterschiede erheblich. Es muss eine Magnetresonanztomographie (MRT)-Diagnostik auf dem neuesten Stand der Technik, mit sehr gut ausgebildeten Radiologinnen und Radiologen, gewährleistet werden. Unsere retrospektive Studie zeigte, dass das Bundeswehrkrankenhaus Ulm im Vergleich zu Literaturwerten eine qualitativ hochwertige MRT-Diagnostik leistet und eine höhere Sensitivität und Spezifität als andere externe Diagnostikeinheiten erreicht. Dies ist insbesondere im Kontext der in der Literatur beschriebenen, verbleibend hohen Interrater-Reliability der Prostata-MRT, auch nach der Verbesserung des etablierten Befundungssystems, hervorzuheben.

Unsere Ergebnisse bestätigen, dass die hochwertige Ausbildung der Radiologinnen und Radiologen in der Prostatabbildgebung mit enger interdisziplinärer Zusammenarbeit zu präziser Diagnostik führt. Dies ist der Grundstein, um die Patienten optimal zu versorgen und die militärurologisch wichtigen Beckeneingriffe zum Kompetenzerwerb und -erhalt in Friedenszeiten in unseren Bundeswehrkrankenhäusern durchzuführen.

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