HumanmedizinNews

Die Patientenablage im Blick – technische Machbarkeit der kontaktlosen Vitalparameterüberwachung mehrerer Personen

A. Follmann, A. Müller, Constantin Halim, Lukas Ullmann

Massenanfälle von Verletzten (MANV) stellen zivile Rettungsdienste und militärische Sanitätsdienste vor erhebliche organisatorische und medizinische Herausforderungen, da die Diskrepanz zwischen notwendiger und verfügbarer Versorgung eine effiziente Priorisierung und Therapie erfordert. Die kontinuierliche und zuverlässige Erhebung der Vitalparameter ist dabei zentral, bindet jedoch wertvolle personelle Ressourcen. Kontaktlose Verfahren wie die remote Photoplethysmografie (rPPG) haben das Potenzial, Vitalparameter bei verhältnismäßig geringem Materialaufkommen und stark reduziertem Personaleinsatz zu erfassen.

Die Patientenablage im Blick – technische Machbarkeit der kontaktlosen Vitalparameterüberwachung mehrerer Personen
Abb. 1: Schematische Darstellung der Kameraeinstellungen. Für vier Probanden wurden drei Kameraeinstellungen mit jeweils drei Minuten Aufnahmedauer gewählt. (Roter Kasten: Platz 1 und 2, gelber Kasten: Platz 2 und 3, grüner Kasten: Platz 3 und 4)
Grafik: Autoren

In der vorliegenden Machbarkeitsstudie wurde die kamerabasierte multipersonelle Erhebung der Herzfrequenz mittels rPPG unter Verwendung der Algorithmen CHROM und POS sowie die Anwendung von Frequenzvorfiltern auf die RGB-Eingangssignale (Rot-Grün-Blau) untersucht. In einem kontrollierten Versuchsaufbau wurden Videoaufzeichnungen von acht gesunden Probanden1 aus einer größeren Probenmenge bei variierenden Körperpositionen und physiologisch induzierten Veränderungen der Herz- und Atemfrequenz aufgezeichnet.

Die Videosignale wurden in einzelne RGB-Signale segmentiert, als rPPG-Signale abgebildet und anschließend zur Herzfrequenzdetektion spektral analysiert. Die Ergebnisse konnten zwar aufgrund technischer Limitationen nur für einen Teil der Datensätze ausgewertet werden, doch die Algorithmen zeigten insgesamt eine grundsätzliche multipersonelle Detektionsfähigkeit.

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Die Studie bestätigt die technische Machbarkeit einer multipersonellen kontaktlosen Vitalparametererhebung. Angesichts der beobachteten Messfehler erscheint eine alleinige rPPG-basierte Beurteilung kritisch, jedoch könnte die Methode als ergänzendes Instrument zur Sichtungsunterstützung und zur längerfristigen Patientenbeobachtung wertvolle Vorteile bieten.

Weitere Forschungsarbeiten unter realitätsnäheren Bedingungen sowie algorithmische Optimierungen – perspektivisch unter Einsatz von Deep-Learning-Modellen – sind notwendig, um die Genauigkeit und Robustheit der rPPG für die Anwendung in MANV-Szenarien weiter zu erhöhen.

Wehmedizinische Monatsschrift 1-2/2026: Den ausführlichen Artikel lesen Sie hier.

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