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Alloplastische Kiefergelenksrekonstruktion

A. Mund, Bent Heimbach, Christian Doll, Paul Radicke

Im vorliegenden Fallbericht einer alloplastischen Kiefergelenksrekonstruktion wird die interdisziplinäre Behandlung eines 50-jährigen komplex vorerkrankten Patienten mit beidseitiger Kiefergelenkankylose beschrieben. Durch ein abgestimmtes Therapiekonzept unter Einbezug von Zahnmedizin, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie Physiotherapie und Logopädie konnte die Kiefergelenkfunktion erfolgreich wiederhergestellt werden. Die Schneidekantendifferenz entwickelte sich im Verlauf stetig von präoperativ 4 mm auf 25 mm nach 40 Wochen postoperativ. Dadurch verbesserten sich nicht nur die Kau-, Sprech- und Schluckfunktionen, sondern es wurde auch die Voraussetzung geschaffen, langfristig auf eine bisher notwendige Dauertracheotomie zu verzichten.

Kiefergelenksrekonstruktion
Kiefergelenksrekonstruktion
Foto: Materialise ProPlan CMF; Materialise, Leuven, Belgien

Die erfolgreiche Rehabilitation von Patienten mit Kiefergelenkankylose erfordert ein multiprofessionelles Vorgehen. Dies wurde im vorliegenden Fall durch die enge Zusammenarbeit des Bundeswehrkrankenhauses Berlin und der Charité ermöglicht, die ihre jeweiligen Fachkompetenzen in einem koordinierten Behandlungskonzept vereinten.

Das Einverständnis des Patienten zur Publikation seines Falles liegt vor.

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Vorgestellt wird der Fall eines 50-jährigen Soldaten, der im Jahr 2021 einen ischämischen Hirninfarkt im vertebrobasilären Stromgebiet infolge einer Embolie präzerebraler Arterien erlitt. Nach dem Ereignis war der Patient vollständig immobilisiert, ganztägig beatmungspflichtig und wies einen generalisiert erhöhten Muskeltonus auf.

Durch intensive, interdisziplinäre Rehabilitationsmaßnahmen konnte bei dem zunächst mit infauster Prognose eingestuften Patienten bis zum März 2024 eine deutliche Besserung erzielt werden. Der Patient erreichte eine Rollstuhl-Mobilität mit rudimentären Bewegungen der Extremitäten. Bei fortbestehender Trachealkanüle im Sinne einer Dauertracheotomie war eine Beatmung nur noch nachts erforderlich.

Zu diesem Zeitpunkt erfolgte die Vorstellung in der Abteilung XXIII des Bundeswehrkrankenhauses Berlin. Der Patient berichtete dort unter anderem über eine eingeschränkte Mundöffnung, die das Sprechen erschwere und bei bekannter Dysphagie das Schlucken noch weiter verschlechtere. Die Mundöffnung sei initial möglich gewesen, habe sich im weiteren Krankheitsverlauf jedoch zunehmend verschlechtert. Der Versuch, diese mithilfe verschiedener Hilfsmittel wie z. B. TheraBite® (Atos Medical AB, Hörby, Schweden) zu verbessern, hatte keine signifikante Linderung der Beschwerden erzielt. Nach insuffizienter Bewegungstherapie zur Förderung der ­Kieferbeweglichkeit während eines mehrwöchigen Klinikaufenthaltes hatte sich der Mund seit 2023 nicht mehr öffnen lassen. Injektionen von Botulinumtoxin in den Bereich der Kaumuskulatur konnten keine Besserung erzielen.

Wehrmedizinische Monatsschrift WMM 3/2026: Den ausführlichen Artikel lesen Sie hier.

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