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Dreimal Z: Zivil-Militärische Zahnärztliche Zusammenarbeit für eine gute Resilienz

Ausblick auf die Internationale Dental-Schau 2027

Angesichts des andauernden Kriegsgeschehen an Europas Grenzen stellen Beobachter eine höhere Bereitschaft zu bewaffneten Konflikten fest. Gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit für Formen der hybriden Kriegsführung. Das Bewusstsein dafür hat sich bereits deutlich erhöht, sowohl in der Politik als auch bei Verantwortlichen in kritischen Segmenten von Wirtschaft und Versorgung. Insbesondere ein möglicher Ausfall von Kommunikationssystemen mit Auswirkungen auf die Resilienz der Rettungs- und Lieferketten sind Szenarien, mit denen sich die Europäische Union und die Bundesregierung beschäftigen. In der medizinischen Versorgung vermehren sich im Kriegs- und Katastrophenfall mit einem Mal die Schnittstellen zwischen Bundeswehr(zahn)ärzten und zivilen Zahnärzten.

Eine gute Resilienz durch ZMZ in der Zahnheilkunde
Eine gute Resilienz durch ZMZ in der Zahnheilkunde
Foto: Koelnmesse / ICS Cologne / Uwe Weiser

Zahnärzte sind bei Gefahrenlagen eine besonders wichtige Schnittstelle, denn sie können eine allgemeinzahnärztliche Versorgung im Sinne von Erste-Hilfe-Leistung übernehmen und verfügen darüber hinaus über chirurgische Kompetenz. Diese haben sie bei typisch zahnärztlichen Diagnosen (z.B. Kieferbruch) ebenso wie bei allgemeinchirurgischen Indikationen und operieren hier beispielsweise bei einem Armbruch gemeinsam mit einem Orthopäden/Unfallchirurgen. Als unabdingbare Voraussetzung, um die militärisch-zivile Schnittstellenfunktion ausfüllen zu können, benötigt der zivile Zahnarzt lokale Netzwerke (über die fast jeder Kollege verfügt), Teamfähigkeit (die er im zahnärztlichen Alltag ohnehin lebt) und die Fähigkeit zu schnellen Entscheidungen (die er ebenfalls täglich trifft). Kommt dann noch ein gewisser militärischer Background hinzu, ist die zivil-militärische zahnärztliche Schnittstelle und damit die Stärkung der Resilienz perfekt.

Expertise in puncto schnelle Eingriffe zur Erhöhung der Resilienz

In Gefahrenlagen erweitert zahnärztliches Personal aus dem Militär, auf Anforderung, die Kapazität. Darüber hinaus bringen Bundeswehrzahnärzte ihre spezielle Expertise ein. Denn die Akutversorgung stellt nun das Zentrum aller zahnärztlicher Aktivitäten dar: Blutungen stillen, Infektionen bekämpfen, starke Schmerzen beseitigen (wenn nötig durch Extraktion); die konservierende Zahnheilkunde wird mitbedacht, kommt allerdings erst in zweiter Linie zum Zuge.

Auf diese Situation ist die Wehr-Zahnmedizin aufgrund ihrer speziellen Ausrichtung auf die Wiederherstellung der Einsatzfähigkeit von Soldaten von vorneherein gut eingestellt. Hinzu kommt durch die ABC-Ausbildung eine besondere CBRN-Kompetenz (Freisetzung chemischer, biologischer, radiologischer oder nuklearer Stoffe). Durchweg sind hier schnelle Entscheidungen und schnelle Eingriffe gefragt, ob es sich nun um eine Naturkatastrophe, um eine Welle von Erkrankungen, gefährliche Substanzen oder um den Verteidigungsfall handelt.

So gibt es im Endeffekt eine Zahnmedizin, die sich von unterschiedlichen Ausgangspunkten angehen lässt. Im Sinne einer größtmöglichen Resilienz arbeiten zivile und militärische Zahnärzte so eng wie möglich zusammen. Auch die deutsche Gesetzgebung verfolgt diese Strategie ausdrücklich: Resilienz als Fähigkeit, sich rechtzeitig und effizient den Auswirkungen einer Gefährdung zu widersetzen, diese zu absorbieren, sich an sie anzupassen, sie umzuwandeln und sich von ihnen zu erholen, gelingt nur gemeinsam und zahlt sich in der Rettung von Menschenleben und durch eine Verringerung von Schäden für die Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt aus. Es versteht sich von selbst, dass die Zusammenarbeit von Bundeswehrzahnärzten und zivilen Zahnärzten dafür unverzichtbar ist. So hat sie sich denn auch seit Jahren durch verschiedene Formate in der gemeinsamen Verbandsarbeit etabliert (DGWMP, BZÄK, KZBV, DGZMK/Arbeitskreis Wehrmedizin).

IDS 2027 vom 16. bis zum 20. März.
IDS 2027 vom 16. bis zum 20. März.
Fotos: Koelnmesse / ICS Cologne / Harald Fleissner

Schnittstellen beim Wiederaufbau zahnärztlicher Infrastruktur

Es steht außer Frage, dass zahnmedizinische Expertise in Extremsituationen besonders gefragt ist. Beispielsweise hat ein zahnmedizinisches Emergency Team (EMT) im Aufnahmezentrum Moria für Migranten auf der Insel Lesbos festgestellt: Zirka 20 Prozent aller Notfälle sind zahnmedizinischer Natur. Ein militärzahnärztliches Team wird im Katastrophenfall sowohl bei Behandlungen einspringen als auch eine beschädigte, aber systemrelevante zahnärztliche Infrastruktur wiederaufbauen, zunächst einmal temporär. Dabei arbeiten Bundeswehr- und zivile Kriseninterventionsteams (Emergency Medical Teams) zusammen, nutzen gemeinsam mobile Zahnstationen und allgemein sanitätsdienstliches Material der Bundeswehr, was zu einer Stärkung der Resilienz führt.

Vom tragbaren Gerät bis zur mobilen Behandlungseinheit

In Zukunft dürfte man mehr mobiles Equipment benötigen. Die größte Auswahl findet sich auf der IDS vom 16. bis zum 20. März 2027 in Köln. Hier erkundet der (zivile wie militärische) Besucher die Möglichkeiten: Soll es eher eine rollbare oder tragbare Dentaleinheit sein oder gleich ein ganzer Bus oder „Wohnwagen“ mit Behandlungszimmer darin (inkl. Absaugung, Kompressor, Autoklav und Röntgengerät)? In puncto mobiles Röntgen ist die Bundeswehr übrigens ganz vorn dabei: so wurde etwa ein zahnärztliches Röntgengerät an Bord eines Kriegsschiffes installiert. Dazu wäre gegebenenfalls ein klappbarer Zahnarztstuhl mit LED-Leuchte das Richtige. Separat gibt es dazu ein leichtes (problemlos selbst für Soldaten mit „10-Kilo-Schein“) mobiles Dentalgerät mit verschiedenen Instrumenten (z.B. Multifunktionsspritze, Turbinenschlauch, Mikromotor) und optional eine zusätzliche tragbare Mikromotor-Einheit. Der „mobile Zahntechniker“ vergleicht auf der IDS verschiedene Laborturbinen mit schattenfreiem Lichtfeld, Fräseinheiten, Nassschleifröhren (Staubschutz!), dazu montagefreie oder schnell montierbare Motoren mit stufenloser Drehzahleinstellung.

Jetzt Termin der IDS notieren

Die IDS stellt als Weltleitmesse für Zahnheilkunde vollumfänglich alles vom einzelnen Instrument bis zum OP-Zelt oder der „Klinik im Wohnwagen“ vom 16. bis zum 20. März 2027 in Köln vor.

 

Quelle: Dr. Christian Ehrensberger | Dr. Kaschny PR GmbH

 

 

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