Der Anteil „Sanitätsdienst“ (Medical Wargame) der Planübung STEADFAST FOXTROT 26 unterstreicht die Entschlossenheit der NATO, ihre Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit durch eine robustere multinationale Koordination der sanitätsdienstlichen Unterstützung in einem Konfliktszenario hoher Intensität glaubhaft zu vermitteln. Die Übung, die vom Joint Support and Enabling Command (JSEC) organisiert wird, hebt die entscheidende Rolle der sanitätsdienstlichen Unterstützung, zivil-militärischen Zusammenarbeit und Einsatzbereitschaft für eine wirksame Verteidigung des Bündnisgebiets im Rahmen von Artikel 5 hervor.
Kurzdarstellung Joint Support and Enabling Command
Das Allied Joint Support and Enabling Command (JSEC) ist eine NATO-Kommandobehörde der operativen Ebene mit Sitz in Ulm. Das JSEC koordiniert die Befähigung (engl.: Enablement) im Verantwortungsbereich des Supreme Allied Commander Europe (SACEUR). Dieser Bereich erstreckt sich von der nordamerikanischen Ostküste bis zu den baltischen Staaten im Nordosten Europas sowie von Polen und Rumänien in Osteuropa bis zur Türkei und nach Griechenland im Süden.
Außerdem synchronisiert das Kommando die Verstärkung durch Truppen (Reinforcement by Forces) sowie die Sicherstellung der Durchhaltefähigkeit (sustainment flow) getreu seinem Motto: „Enable – Deploy – Sustain“, sprich „Befähigen – Verlegen – Unterstützen“.
Eine zentrale Koordinierungsstelle ist von wesentlicher Bedeutung, besonders in einem Szenario der kollektiven Verteidigung, bei dem sich bis zu eine Million NATO-Soldaten durch Europa bewegen könnten. Das Abschreckungs- und Verteidigungspotenzial der NATO stützt sich in hohem Maße auf die Fähigkeit zur schnellen und umfangreichen Verstärkung und Unterstützung. Das 2018 gegründete JSEC steht unter dem Kommando von Kai Rohrschneider, Generalleutnant des Deutschen Heeres.
Da es weder über einen festen Verantwortungsbereich bzw. Gefechtsraum noch über unterstellte Truppen verfügt, ist das JSEC kein Hauptquartier im traditionellen Sinne. Es handelt sich um ein Fachkommando, das für die Koordinierung von Befähigungsmaßnahmen zuständig ist.
Die Struktur des JSEC ist allerdings traditionell: Mit seinen drei Hauptbereichen für Operationen, Unterstützung und Planung ermöglicht es das Zusammenwirken mit anderen NATO-Hauptquartieren und verbündeten Staaten. Im Mittelpunkt stehen dabei die Entflechtung, Koordinierung und zeitliche Abstimmung mit den Bündnispartnern in dem Bewusstsein, dass am Enablement auch eine Vielzahl ziviler Akteure mitwirkt.
Den Tätigkeitsschwerpunkt des JSEC bildet das Reinforcement and Sustainment Network (RSN) – ein Netzwerk für Verstärkung und Durchhaltefähigkeit. Dieses verfügt über eine physische Ebene, d. h. die entsprechende Infrastruktur, sowie eine Funktionsebene, also sämtliche Gesetze, Vorschriften und Verträge, die Militärbewegungen erlauben. Zum Aufbau des RSN verfolgen die beteiligten Nationen einen gesamtstaatlichen Ansatz zur Nutzung und Weiterentwicklung bereits vorhandener Kapazitäten. Das JSEC verwaltet und optimiert das Netzwerk im ständigen Dialog mit den Bündnispartnern.
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