NewsZahnmedizin

Fallbericht – Therapie nach Wurzelamputation mit partieller Pulpotomie

Oliver Jüllig, A. Mund

Nach lokalisiert frustraner antiinfektiöser Therapie wurde ein Patient mit generalisierter Parodontitis (Stadium III lokalisiert IV Grad C) an die Spezialambulanz Parodontologie des Bundeswehrkrankenhauses Berlin überwiesen. Im Parodontalstatus zeigte sich unter anderem eine Furkationsbeteiligung Grad III um die mesiobukkale Wurzel mit einem klinischen Attachmentverlust von ca. 60 % an Zahn 26.

Zum Erhalt des Zahnes war eine Wurzelamputation der mesiobukkalen Wurzel indiziert, wodurch als Standardtherapie eine Wurzelkanalbehandlung notwendig wird. Bei noch vorhandener Sensibilität wurde als Versuch zur Vitalerhaltung der Pulpa eine partielle Pulpotomie vorgenommen.

In der Befundevaluation drei Monate nach der Amputation war der Patient beschwerdefrei, der Zahn reagierte sensibel, und die Entzündungsparameter waren rückläufig. Die Behandlung scheint die Vitalerhaltung der restlichen Pulpa zu ermöglichen. Dies führt zu einer Vermeidung oder zumindest Verzögerung einer Wurzelkanalbehandlung.

Anzeige
Therapie nach Wurzelamputation mit partieller Pulpotomie
Therapie nach Wurzelamputation mit partieller Pulpotomie
Foto: O. Jüllig. BwKrhs Berlin

In der Parodontitistherapie haben Zähne mit Furkationsbeteiligungen einen Komplikationsfaktor, der den Therapieerfolg reduziert. Die Furkation beschreibt den Bereich zwischen den Zahnwurzeln und befindet sich in der Regel komplett im Knochen. Der Zugang zur bzw. das Freiliegen der Furkation führt zu einer stärkeren Plaqueakkumulation und erschwert die Mundhygiene an diesem Zahn.

Es werden vier Grade der Furkationsbeteiligung unterschieden:

  • Grad 0 liegt vor, wenn keine Furkationsbeteiligung vorliegt,
  • Grad I bei einem horizontalen Verlust parodontalen Stützgewebes (PAL-H) kleiner als 3 mm,
  • Grad II bei einem PAL-H größer als 3 mm und
  • Grad III mit einer durchgängigen Beteiligung der Furkation .

Der schlechtere Therapieerfolg liegt an den anatomisch bedingt schwer zugänglichen Flächen, die die häusliche und die professionelle Reinigung der betroffenen Bereiche erschweren. Dadurch haben die Erfahrung und das Können des Behandlers einen stärkeren Einfluss auf den Therapieerfolg. Insgesamt zeigt sich eine doppelt so große Zahnverlustrate im Vergleich zu Zähnen ohne Furkationsbeteiligung.

Dennoch ist die Prognose bei Zähnen mit Furkationsbeteiligung unabhängig von deren Grad nicht infaust und der Zahnerhalt sollte angestrebt werden. Ziel der Therapie von Furkationen ist deren Elimination durch resektive oder regenerative Verfahren sowie das Ermöglichen der häuslichen und professionellen Reinigung. Dabei ist die chirurgische Therapie effektiv aber komplex und sollte daher durch spezialisierte Zahnärzte erfolgen (Abbildung 1 und 2). Der vorliegende Fall soll eine alternative Möglichkeit der resektiven Furkationstherapie unter Vitalerhaltung der Pulpa aufzeigen.

Wehrmedizinische Monatsschrift WMM 3/2026: Den ausführlichen Artikel lesen Sie hier.

Mit WhatsApp immer auf dem neuesten Stand bleiben!

EN: Subscribe to our WhatsApp channel to receive the latest news directly on your mobile phone. Simply scan the QR code or click on this link.

DE: Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal, um die Neuigkeiten direkt auf Ihr Handy zu erhalten. Einfach den QR-Code scannen oder auf diesen Link klicken.

Beitrag teilen

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Fallstricke in der Endodontologie
NewsZahnmedizin

Fallstricke in der Endodontologie

Die endodontische Therapie stellt hohe Anforderungen an Diagnostik, Planung und technische Umsetzung, bietet jedoch bei leitliniengerechtem Vorgehen eine prognostisch günstige und substanzschonende Möglichkeit zum Zahnerhalt.…
Mehr
Anzeige

Verwendete Schlagwörter

TherapieZahnmedizin

DEF-JOBS