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LiBOD – Liquid Biopsy bei Organschäden

Aliona Wöhler, Arnulf Willms, Bernd Giebel, Miroslaw T. Kornek, Paula Müller, Robert Schwab, Tobias Tertel

Das Polytrauma zählt im Rahmen kriegerischer Auseinandersetzungen, insbesondere in Szenarien der Landes- und Bündnisverteidigung, zu den häufigsten und komplexesten Verletzungsmustern. Für eine zielgerichtete Triage und die frühzeitige Einleitung adäquater Therapieentscheidungen sind belastbare, blutbasierte Biomarker von hoher Relevanz. Diese sollen eine schnelle Einschätzung des Schweregrades sowie des Risikos einer Organbeteiligung ermöglichen, bevor bildgebende Verfahren verfügbar sind.

Grafik: Autorenteam

Extrazelluläre Vesikel (EVs), insbesondere small extracellular vesicles (sEVs), werden von nahezu allen Zelltypen freigesetzt und spiegeln den physiologischen oder pathophysiologischen Zustand ihrer Ursprungszellen wider, da sie zelltyp- und zustandsspezifische molekulare Signaturen tragen. Unmittelbar nach einer Gewebeschädigung unterscheiden sich daher Zusammensetzung und Fracht der freigesetzten EVs deutlich von denen unter gesunden Bedingungen. Frühere Arbeiten im Rahmen des LiBOD™ (Liquid Biopsy in Organ Damage) Projekts konnten zeigen, dass ein Organ Damage (OD) nach Polytrauma mit einer verstärkten Freisetzung monozytärer EVs, insbesondere CD14+ sEVs und deren CD9+/CD14+-doppelpositiven Subpopulation, assoziiert ist. Ungeklärt war bislang, welche analytische Plattform diese Befunde reproduzierbar abbilden kann und gleichzeitig eine hohe Standardisierung, Bedienerfreundlichkeit und Verfügbarkeit aufweist, um perspektivisch zu einem feldtauglichen Demonstrator/Point-of-Care-Gerät weiterentwickelt zu werden.

Das Ziel der vorliegenden Arbeit war daher der direkte Vergleich marktverfügbarer Technologien zur Bestimmung von sEVs in Serumproben von Polytrauma-Patienten. Untersucht wurden fünf Messsysteme: die SP-IRIS-basierte Single-Particle-Analytik (ExoView™ R100), die bead-basierte Durchflusszytometrie (BD FACSCanto™ II), die faseroptische Surface-Plasmon-Resonanz-Analyse (FO-SPR, White FOX) sowie zwei free-floating-basierte Ansätze für small und large EVs. Primär analysierte Marker waren CD14 und die Doppelpositivität CD9+/CD14+. Die Ergebnisse sollen eine Entscheidungsgrundlage für die Auswahl der geeignetsten Plattform für zukünftige militärmedizinische Anwendungen liefern.

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Wehmedizinische Monatsschrift 1-2/2026: Den ausführlichen Artikel lesen Sie hier.

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