HumanmedizinNews

Künstliche Intelligenz in der präklinischen Notfallmedizin – Chancen, Grenzen und militärische Relevanz

Dr. Andreas Garcia Bardon, Christoph Jänig, Daniel Käther, Willi Schmidbauer

Die Anwendung künstlicher Intelligenz (KI) in der präklinischen Notfallmedizin befindet sich in einer dynamischen Entwicklungsphase. Sie reicht von automatisierten Triage-Systemen über Spracherkennungs- und Dokumentationslösungen bis hin zu robotergestützten Rettungseinheiten. Ziel ist es, Einsatzkräfte bei zeitkritischen Entscheidungen zu unterstützen, Informationsverluste zu vermeiden und die Versorgungsqualität zu erhöhen. Zahlreiche Systeme zeigen bereits vielversprechende Ergebnisse: So konnte das KATE-Triagemodell die Genauigkeit der Dringlichkeitseinschätzung im Vergleich zu Pflegekräften deutlich steigern, während Projekte wie ARTEMIS die Perspektive eröffnen, verwundete Personen in unübersichtlichem Gelände autonom zu lokalisieren und Vitalparameter zu erfassen.

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Notfallmedizin: Lagedarstellung der operativ-taktischen Lage: Die KI kann anhand der medizinischen Dringlichkeit, den Geo-Daten der Transportmittel und der Kapazitäten der beteiligten Versorgungseinrichtungen aktiv Einfluss auf den Patientenfluss entlang der Rettungskette nehmen.
Lagedarstellung der operativ-taktischen Lage: Die KI kann anhand der medizinischen Dringlichkeit, den Geo-Daten der Transportmittel und der Kapazitäten der beteiligten Versorgungseinrichtungen aktiv Einfluss auf den Patientenfluss entlang der Rettungskette nehmen.
Grafik: Bundeswehr / Projekt: KI-Belastung-Verwundung

Gleichzeitig bestehen erhebliche methodische und praktische Herausforderungen. Die meisten verfügbaren KI-Systeme wurden bislang nur retrospektiv oder anhand klinischer Vignetten getestet. Unter realen Bedingungen – geprägt durch Stress, Lärm und wechselnde Umgebungen – ist die Leistungsfähigkeit bisher kaum belegt. Auch rechtlich ergeben sich durch den seit August 2025 geltenden EU-AI-Act neue Anforderungen an Transparenz, Risikomanagement und menschliche Aufsicht. Für den militärischen Bereich gelten zwar Ausnahmen, doch Dual-Use-Systeme, wie sie im Sanitätsdienst der Bundeswehr häufig entwickelt werden, unterliegen denselben strengen Regularien wie zivile Anwendungen.

Wehmedizinische Monatsschrift 12/2025: Den ausführlichen Artikel lesen Sie hier.

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